Der Schriftsteller L. Ron Hubbard – Science Fiction Preise


L. Ron Hubbard Way

Image via Wikipedia

Was im allgemeinen übersehen wird“, bemerkte Hubbard einmal, „ist, daß ich meine Forschungen durch meine schriftstellerische Tätigkeit finanziert habe.“ Und obwohl das Resultat seiner Forschertätigkeit einen größeren Bekanntheits­grad erreicht hat, bleiben seine Romane und Erzählungen unvergessen. Die Veröffentlichung von rund 50.000 Seiten in der Zeit zwischen 1927 und 1941 ließ seinen Namen praktisch zum Synomym für Populärliteratur in den dreißiger Jahren werden — oder wie es sein Freund und Schriftstellerkollege Frederik Pohl verkündete: „Kaum tauchten seine Erzählungen an Zeitungskiosks auf, gehörten sie schon zum kulturellen Erbe eines jeden Fans der Groschenhefte.“ Und betrachtet man den Umfang von Hubbards Arbeiten aus diesen Jahren — über zweihundert Erzählungen und Romane, die sämtliche populären Genres umfassen: Kriminalromane, Western, Abenteuerromane, Fantasy und Science-fiction und sogar Liebesromane, war es wirklich ein reiches kulturelles Erbe.

Der Zeit entsprechend war Hubbards primärer Absatzmarkt in diesen Jahren der der Groschenhefte, der populärsten Literatur zu jener Zeit. Diese Hefte zählten rund dreißig Millionen Stammleser — das ist ein Viertel der damaligen amerikanischen Bevölkerung — und hatten bis zum Aufkommen des Fernsehens einen einzigartigen Einfluß. Aber wenn die (Groschen-hefte auch in erster Linie ein populäres Vehikel waren, so waren sie keineswegs literarisch wertlos. Die Karrieren von Autoren wie Raymond Chandler, Dashiell Hammett, Edgar Rice Borroughs und Robert Heinlein haben in Zeitschriften wie Argosy, Astounding Science Fiction, Plack Mask und Five Novels Monthly), ihren Anfang genommen. Nicht ohne Grund blickte also L. Ron Hubbard voller Stolz auf diese „guten alten Tage“ zurück und erzählte von den Abenden, die er mit dem großen Dash Hammett, Edgar „Tarzan“ Burroughs und Arthur J. Burks, der Symbolfigur der Groschenhefte, verbracht hatte. Auch wenn Hubbard nicht besonders auf seinen eigenen Status einging, war dieser nicht weniger legendär als der der anderen.

In der Tat, erinnerte sich Pohl, „tat keiner die Dinge, die Hubbard tat, besser als er … farbenfreudig, spannend und kontinuierlich herausfordernd.“ Und ein typisches Beispiel dafür war L. Ron Hubbards erster längerer Roman Buckskin Brigaden (Wildleder-Trupps). Als eine der ersten populären Arbeiten gepriesen, die einen realistischen Einblick in das Leben der Schwarzfuß­indianer gewährte, war dieser Roman so, wie Pohl es beschrieb, und noch mehr. „Eine wirklich seltene Art von Abenteuergeschichte“ nannte die New York Timen  eine der ersten wirklichen Umkehrungen dessen, was zum ziemlich ethnozentrischen Klischee in Amerika geworden war: nämlich die eingeborenen Indianer als blutrünstige Wilde darzustellen. Und die Ratsmitglieder des Stammes der Schwarzfuß-Nation befanden: „Niemals wurden unsere Moralvorstellungen und unsere Ethik in einer solchen Klarheit dargestellt.“ Einzigartig ist auch die Tatsache, daß Buckskin Brigaden rund vierzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung die Bestsellerlisten eroberte.

Zusätzlich wurde über L. Ron Hubbards Arbeit der dreißiger Jahre generell gesagt, daß sie wirklich erstaunlich vielseitig und sehr schnell war. „Wenn man für Montag eine Erzählung brauchte“, erklärte lack Schiff, Herausgeber des Standard Magazines, „mußte man freitags bloß Ron Hubbard anrufen ….., und diese Aussage war keine Übertreibung. Mit einer regelmäßigen Produktion von rund 350 Seiten pro Monat wurde Hubbard der unumstrittene König der rasch arbeitenden Schriftsteller (und das bei nur drei Tagen Arbeit pro Woche und in allen bedeutenden Genres).

Während derselben Zeit schrieb er Drehbücher für Hollywood, und auch hier war seine Produktivität bemerkenswert. Er schrieb Filme wie The Mysterious Pilot (Der geheimnisvolle Pilot) und The Great Adventures of Wild Bill Hickok (Die großen Abenteuer des Wild Bill Hickok) für Columbia und für Warner Bros‘ die Spider-Serie. Sein Drehbuch The Secret of Treasure Island (Das Geheimnis der Schaminsel) gilt als eine der finanziell erfolgreichsten Serienproduktionen aller Zeiten. Doch seine Arbeit für Hollywood in den dreißiger Jahren war nicht sein einziger Beitrag für dieses Medium; zu seinen letzten Arbeiten in den siebziger und achtziger Jahren zählen in der Tat mehrere Drehbücher unterschiedlichster Genres.

Aber so vielfältig und großartig sein Schaffen auch ist, keine Abhandlung über die Rolle L. Ron Hubbards in der amerikanischen Fiction der dreißiger Jahre ist vollständig, ohne seinen Einfluß auf den Wandel des Science-fiction-Genres zu berücksichtigen und den Stempel, den er der Fantasy-Literatur unauslöschlich aufgedrückt hat.

Man schrieb das Jahr 1938, und war der Name L. Ron Hubbard auch noch kein Name, der absolut jedem geläufig war, ließ er auf der Titelseite eines Thrilling Adventures oder eines Five Novels Monthly doch garantiert die Auflage in die Höhe schießen. (Das gleiche galt auch für eine Reihe von Pseudonymen, unter denen er schrieb, um die verschiedenen Genres abzudecken.) In der Hoffnung, genau aus dieser Popularität Kapital zu schlagen, warb der Verlagsriese Street & Smith Hubbard an, bei der Umgestaltung ihrer neu erworbenen Reihe Astounding Science Fiction zu helfen. Obwohl Hubbard mit diesem Genre nicht besonders vertraut war, faszinierte ihn das Angebot: Drehte sich bislang die Reihe Astounding Science Fiction schwerpunktmäßig um unglaubwürdige Maschinerien – Raumschiffe, Strahlenpistolen und Roboter –, hatten Street & Smith jetzt beschlossen, ihren Zeitschriften einen menschlicheren Touch mit voll realisierten Charakteren, also „wirklichen Menschen“, zu verleihen.

Das Ergebnis war eine Sammlung von Geschichten, über die seither in jedem Fiction­ Zirkel gesprochen wird, darunter auch die beliebte Geschichte Final Blackout (Endgültiger Blackout), die Heinlein als „eines der perfektesten Stücke Science­fiction, die je geschrieben wurden“ bezeichnete. Aus dieser Zusammenarbeit mit Street & Smith stammte auch L. Ron Hubbards Ausflug in das Fantasy-Genre und sein Buch, das zum Markstein dieser Ära wurde: Das Grauen. Auf der Basis seiner ethnologischen Studien schildert L. Ron Hubbard hier einen Konflikt zwischen Wissenschaft und Aberglaube, was den Meister des Horrors, Stephen King, zu folgendem Kommentar verleitete: „Dieses Werk ist eines der wenigen Bücher aus dem Bereich des Horrors, das tatsächlich mit dem strapazierten Adjektiv ,klassisch` bezeichnet werden kann, wie: ,Dies ist eine klassische Geschichte voll schauriger, surrealer Bedrohung und Horror.

Das Grauen war jedoch bei weitem nicht das einzige Werk L Ron Hubbards, welches das klassische Adjektiv verdiente. Nach einer dreißigjährigen Pause auf dem Gebiet der Fiction – ein Zeitraum, in dem er sich der Entwicklung von Dianetik und Scientology widmete – kehrte Hubbard 1980 mit zwei bedeutenden Bestsellern wieder auf die Science-fiction-Szene zurück: Kampf um die Erde, das derzeit größte Science-fiction-Epos und das zehnbändige, viertausend Seiten umfassende Werk Mission Erde. Dieses Werk wurde als eine „riesige, ausgelassene Saga“ angekündet, mit dem, was A. E. van Vogt als „die großartige Groschenheft-Musik auf jeder Zeile“ nannte; Kampf um die Erde wurde bald mit zwei wichtigen Preisen der Academy of Science Fiction, Fantasy and Horror Films ausgezeichnet, dem Scroll Award und dem Saturn Award. Für die in der Geschichte enthaltene Friedensbotschaft bekam das Buch außerdem den italienischen Tetradramma d´Oro´Preis sowie einen für den außergewöhnlichen Gutenberg-Sonderpreis zu diesem Genre. Nicht geringer war der Erfolg der Serie Mission Erde: Die Leser prämierten das Werk mit dem Cosmos 2000-Preis, und vom Nationalkomittee für Science-fiction und Fantasy erhielt es die Nova-Science-Fiction-Auszeichnung– eine besondere Ehre, weil L. Ron Hubbard der erste nicht italienische Gewinner dieses Preises war.

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Diese Reihe ist auch beachtenswert für d Tatsache, daß jeder einzelne der zehn Bände sofort auf die internationalen Bestsellerliste kam, obwohl neun davon posthum erschienen in den achtziger und neunziger Jahren ha L. Ron Hubbard einschließlich seiner nie fiktiven Werke tatsächlich 21 aufeinander folgende internationale Bestseller, eine bi unübertroffene Leistung auf dem Buch Mission Erde und Kampf um die Erde wurden außerdem beide zu maßgebenden Werken in verschiedenen Colleges und Universitäten, einschließlich des L. Ron Hubbard-Flügels in Moskauer Gorky-Universitätsbibliothek.

„Eines der wenigen Bücher aus dem Bereich des Horrors, das tatsächlich mit dem strapazierten Adjektiv klassisch‘ bezeichnet werden kann, wie: Dies ist eine klassische Geschichte voll schauriger, surrealer Bedrohung und Horror.“

Stephen King

Über Reinhard Rieder

Beruf: Musiker Interessen: Dianetik, Scientology, Slavko Avsenik und seine original Oberkrainer,
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